Trinkwasserhygiene - Keine Chance für Keime

November 18, 2021

 

Trinkwasserhygiene: Keine Chance für Keime

Mit der patentierten Hygienespülungs-Berechnung von Trimble Nova lassen sich Leitungsnetze so planen und warten, dass die Trinkwasserhygiene gewährleistet ist, Keimbildung keine Chance hat und Ressourcen geschont werden.

Immer wieder kam und kommt es vor allem bei selten genutzten Sanitär-Installationen zu Problemen mit der Trinkwasser-Hygiene. Sind diese über einen längeren Zeitraum nicht in Betrieb, besteht die Gefahr, dass Teile der Leitungsstränge oder die gesamte Anlage von Keimen befallen werden. Dann ist ein ordnungsgemäßer und rechtssicherer Betrieb von für Trinkwassernetze gemäß den anerkannten Regeln der Technik wie der Trinkwasserverordnung (TrinkwV), VDI/DVGW 6023, DIN 1988 oder DIN EN 806-5 nicht mehr gewährleistet. Eine problembewusste Planung neuer Anlagen und eine regelmäßige Wartung bestehender Leitungsnetze sind daher besonders wichtig. 

Keime gefährden die Trinkwasserhygiene

Insbesondere in der Lockdown-Phase Anfang 2020 wurde mit einer massiven Zunahme dieses Problems gerechnet, da viele Gebäude wochenlang nicht im Betrieb waren, Trinkwasser-Anlagen nicht genutzt wurden und daher kein ausreichender und regelmäßiger Wasseraustausch stattfinden konnte. Diese Stagnation in der Trinkwasser-Installation gilt als ein Hauptrisikofaktor für die Bildung von Biofilm. Diese organischen Leitungsablagerungen sind eine ideale Grundlage für die Entstehung und Verbreitung von Feucht- und Kaltwasserkeimen, wie Legionellen und Pseudonomaden. Letztere gelten als Verursacher von Lungenentzündungen und Harnwegsinfekten, die besonders Menschen mit schwachem Immunsystem gefährlich werden können. Auch Legionellen sind bakterielle Keime, die in seltenen Fällen das so genannte Pontiac-Fieber, häufiger eine Legionellose auslösen können. Diese auch als Legionärskrankheit bezeichnete, durch Tröpfcheninfektion hervorgerufene Lungenentzündung kann ebenfalls lebensbedrohlich werden. 

Stagnation ist nur eine Ursache

Wie jüngste Untersuchungen zeigen, war nach dem Lockdown kein signifikanter Anstieg von Legionellose-Fällen zu verzeichnen. Auch dies wird als Indikator gewertet, dass die Zusammenhänge bei der Entstehung von Keimen im Trinkwasser komplexer sind und neben der Stagnation auch von anderen Einflussgrößen beeinflusst wird. Beispielsweise von den vorherrschenden Temperaturen in den Leitungen und in deren Umfeld, der Installation und Isolierung, der Gebäude-Bauweise oder dem für die Keime zur Verfügung stehenden Nährstoffangebot. Als Hauptursachen gelten die Stagnation des Trinkwassers im Leitungssystem, bedingt durch selten genutzte Entnahmestellen, zu geringe Fließgeschwindigkeiten in zu groß dimensionierten Rohrnetzen oder unzureichende Rohrdämmungen.

Maßnahmen gegen Trinkwasserkeime

Um Keimen im Trinkwaser vorzubeugen, diese zu minimieren oder zu beseitigen gibt es mehrere Verfahren. Neben der Ultrafiltration, der UV-Bestrahlung, der chemischen Behandlung und der thermischen Desinfektion hat sich insbesondere auch eine regelmäßige Spülung der Leitungsnetze mit Hilfe von Hygienespülsystemen bewährt. Während Warmwasserleitungen durch eine mindestens dreiminütige Erwärmung des Wassers auf mindestens 60, besser 70 Grad Celsius, gemessen an der Entnahmestelle, wirkungsvoll abgetötet werden können, eignen sich für Kaltwassernetze obige Verfahren nicht oder nur bedingt. Für Kaltwassernetze sind Zwangsspülungen häufig die einzige Möglichkeit, Keime wie Pseudonomaden oder Legionellen im Trinkwasser zu beseitigen. Diese regelmäßig manuell oder automatisch durchgeführten Hygienespülungen sind zuverlässig, wirtschaftlich, kosteneffizient, und ermöglichen Betreibern von Trinkwasseranlagen einen ordnungsgemäßen und rechtssicheren Betrieb. Regelmäßige Hygienespülungen sorgen für einen sicheren Wasseraustausch in stagnationsgefährdeten Leitungsbereichen und beugen so der Keimbildung vor.

Mehr Sicherheit mit patentierter Berechnung

Mit der patentierten und einem Innovationspreis ausgezeichneten Hygienespülungs-Berechnung von Trimble Nova können Fachplaner oder Sanitärinstallateure die erforderliche Durchflussmenge und Dauer für jede Teilleitung exakt ermitteln. Auch für große und komplexe Leitungsnetze kann man in wenigen Minuten berechnen, wie lange an einer Entnahmestelle manuell gespült werden muss, um nach einem Anlagenstillstand die Anlage ausreichend zu spülen, und dabei möglichst wenig Wasser zu verwenden. Das patentierte Verfahren garantiert eine optimierte und somit umweltfreundlich-nachhaltige Lösung sowohl bezüglich der Spülzeit wie auch der verwendeten Wassermenge. Unter Berücksichtigung der dimensionierten Teilstränge und weiterer Parameter ermittelt Trimble Nova die für einen hygienischen Betrieb von Trinkwassernetzen erforderliche Durchspülung für den normalen Verbrauch, eine automatische Spülung oder eine manuelle Hygienespülung.  

Auswertung einer Durchspülungsberechnung in Trimble Nova
Auswertung einer Durchspülungsberechnung in Trimble Nova

Mit der Verbrauchsspülungs-Berechnung lassen sich kritische Leitungsabschnitte ermitteln, die im normalen Verbrauchsfall selten gespült werden. Mit den Ergebnissen der automatischen Spülung können Spülstationen ausgelegt werden. Die Hygienespülungs-Berechnung dient der Ermittlung der Spülzeit und Spülmenge an jedem Einrichtungsgegenstand für den hygienischen Betrieb der Trinkwasseranlage. Zusätzlich wird ein Spülprotokoll für das Kalt- und Warmwassernetz ausgegeben, das die Spülmenge und Spüldauer tabellarisch und sortiert nach Entnahmestellen, Räumen und Geschossen auflistet.

Mit Trimble Nova Trinkwassernetze sicher planen und betreiben

Ansicht Durchspülung Netz in Trimble Nova
Ansicht Durchspülung Netz in Trimble Nova

Trimble Nova ermöglicht eine genaue Analyse für die Planung, Auslegung und Wartung von Trinkwassernetzen. Mit der Hygienespülungs-Berechnung bietet Trimble Nova darüber hinaus alle nötigen Informationen für Gebäudebetreiber. Weitere Informationen rund um die Trinkwassernetz-Planung und -Berechnung bietet die Trimble Nova FAQ-Rubrik. Eine kostenlose Beratung für Trimble Nova-Anwender gibt es hier.

 

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